Cycling tour through Asia 2007/2008 - China
2007-09-05: Yesanpo (63. Day)
"Was willst du zum Frühstück essen?" Wurde ich mal wieder gefragt. So eine Frage beantwortet man am besten mit der Gegenfrage: "Was habt ihr für Gerichte?" Darauf kommt dann immer die Antwort: "Wirhaben keine Gerichte, nur Suppe!" ... "Ok, dann nehm ich Suppe!" Tja, aber hauptsache mal gefragt was ich essen will, wenn es eh nur eine Sache gibt. :-)
Dann saß ich wieder auf dem Rad, immer noch müde vom Vortag und die Straße zog sich noch recht lange deb Berg nach oben. In dem Ort, in dem ich Mittags eine kleine Pause einlegte, kam ich mir vor wie eine Berühmtheit. Ich war umringt von dem halben Dorf. Das weiterfahren war sehr schwierig, ich musste mich erst durch die Menschenmasse durchwühlen.
An einer Kreutzung entschied ich mich die 10 km nach Yesanpo zu fahren, welcher als Sehenswürdigkeit in meiner Karte gekennzeichnet war. Hier blieb ich dann auch, als ich ein Hotel für 30 Yuan fand. Es war sogar einiges los, viele junge chinesische Touristen und man konnte hier reiten, Quad und Floß fahren.
Trip distance: 60.26 km
Time: 3:50:09
Altitude: 566 m
Total distance: 3,155 km
Total altitude: 20,670 m
Today's spending: 10 Yuan - breakfast
15 Yuan - juice, beer, ice-cream, cookies
15 Yuan - meal
30 Yuan - hotel
24 Yuan - meal, beer
Total expense: 2071.80 Yuan
2007-09-06: Laiyuan (64. Day)
Nach einem langen Aufstieg in die schönen Berge von Hebei folgte ein sehr rasanter Downhill, der leider von einem Unfall überschattet wurde. Nein, ich war nicht direkt darin verwickelt, auch wenn ich die Ursache war. Der Motorradfahrer war sehr überrascht mich in seinem Rückspiegel zu sehen und als ich dann neben ihm war, strahlte er rüber und winkte. Dabei kam er ins schlingern, konnte seine Maschine nicht mehr fangen und landete im Seitengraben. Ich legte eine Vollbremsung hin, stellte mein Rad ab und rannte zu ihm hoch. Ihm war außer ein paar Schrammen nichts passiert und sein Motorrad sprang auch noch an, nachdem wir einige Sachen wieder hingebogen hatten.
Ab dem Mittag bekam ich dann meine eigenen drei Bodyguards. Die, seit dem sie meinen Pass kontrolliert hatten, mir nicht mehr von der Seite wichen. Auch als ich in einem Geschäft mein Bier und Eis zu mir nahm, warteten sie bis ich weiter fuhr. So eine Eskorte war nicht so angenehm, aber wenigstens waren die drei sehr nett. Nach ca. 20 km durfte ich auch endlich wieder alleine weiter, aber nicht ohne eine kleine Verabschiedung.
Dann kam ich der Stadt Laiyuan näher und der Verkehr nahm extrem zu und damit auch der Dreck und Staub... alles sehr unangenehm. Hier in der Stadt bekam ich dann nochmals meine persönliche Polizeieskorte, die mir half ein günstiges Hotel zu suchen, doch leider ohne Erfolg. Müde vom hin und her fahren, von einem Hotel zum anderen, meinte ich bei dem einen wo wir gerade waren, dass ich es aufgebe und aus der Stadt hinaus fahren würde. Ich saß schon auf den Rad als der Hotelangestellte rauskam und mir aus mitleid ein Zimmer für 40 Yuan anbot anstatt den regulären 200 Yuan. Dies machte er wohl auch, weil er selbst reisebegeistert war und meinte am liebsten würde er mit mir nach Vietnam fahren. Es war schon unverschämt für so wenig Geld in einem so gutem Hotel zu übernachten, aber ich suchte ja eigentlich ein günstiges Hotel, was die hier nicht verstehen wollten, wenn man aus Deutschland kommt.
Trip distance: 115.39 km
Time: 7:13:46
Altitude: 1,425 m
Total distance: 3,270 km
Total altitude 22,096 m
Today's spending: 6 Yuan - breakfast
16.5 Yuan - ice-cream, beer, juice, cookies
40 Yuan - hotel
30 Yuan - meal
Total expense: 2164,30 Yuan
2007-09-07: Shentangpu (65. Day)
Aus der Stadt hinaus war es wieder genauso schlimm wie rein. Ich benutzte meinen Buff als Mundschutz doch leider hatte ich nichts zum Schutz für meine Augen. Dann gab es noch einen langen dreckigen Stau an der Provinzgrenze. Aber ab da war es dann sehr schön und ruhig, ich hatte oft die ganze Straße für mich allein. Einzig mit der Müdigkeit hatte ich heute sehr zu kämpfen und das Bier stieg mir sofort in den Kopf. An jedem Pass machte ich kurz halt und genoss die Traumhafte Sicht über die Berge.
Trip distance: 95.15 km
Time: 5:44:21
Altitude: 830 m
Total distance: 3,365 km
Total altitude: 22,926 m
Today's spending: 5 Yuan - breakfast
10,5 Yuan - beer, juice, ice-cream, bread, bananas
35 Yuan - meal
10 Yuan - hotel
3 Yuan - meal
Total expense: 2227.80 Yuan
2007-09-08: Wutaishan (66. Day)
Am Abend davor hieß es 10 Yuan für die Unterkunft. Am Morgen, als ich bezahlen wollte hätte ich fürs Essen und die Getränke insgesamt 20 Yuan zahlen müssen, aber sie wollte nur die 10 Yuan... unfassbar.
Dann wurde es mal wieder alles andere als schön, ich musste mich durch einen 50 km langen LKW-Stau kämpfen. Der ganze Dreck und Gestank war fürchterlich. Nach dieser Reise brauch ich erst einmal eine neue Lunge. Dann kam die lang ersehnte Abzweigung zum Wutaishan, hier konnte ich endlich die schöne Landschaft genießen und auch eine sehr leckere Honigmelone, die ich mir gekauft hatte. Der Pass ging hoch bis auf 2500 m und es wurde bereits sehr kalt. Den darauf folgenden Downhill, zum Ort, hatte ich bös gefroren. Ein großer Schock kam noch kurz vor dem Ereichen des Ortes, hier musste man ein Ticket kaufen, welches 168 Yuan kostete. So viel Geld wollte ich nicht ausgeben, aber was blieb mir anderes übrig, es war sehr spät und wurde bereits dunkel und hinter mir lag ein heftiger Aufstieg. Nach einer Weile erschöpft am Straßenrand sitzend und am überlegen was ich tun sollte, ließen die mich umsonst passieren, ich tat denen anscheinend leid, mich mit dem Rad hierher geschleppt zu haben. In Wuteishan angekommen, enschied ich mich einen Tag rast zu machen um mich und mein Rad zu waschen und die schöne Gegend zu genießen.
Trip distance: 92.95 km
Time: 6:59:13
Altitude: 1,911 m
Total distance: 3,458 km
Total altitude: 24,838 m
Today's spending: 19 Yuan - cookies, Tang
2 Yuan - beer
9 Yuan - honey-melon
50 Yuan - hotel
9 Yuan - beer, noodles
Total expense: 2316.80 Yuan
2007-09-09 Wutaishan (67. Day)
Nach einem erholsamen und ruhigen Vormittag, spazierte ich in dem Ort umher um ihn mir genauer anzuschauen. Es war wirklich ein sehr schöner Tag, den ich dringest mal gebraucht hatte. Als ich gerade auf dem Rückweg war, sprach mich Yi Lin an, der Manager eines Restaurants. Er lud mich in seine Wohnung ein, wo ich zu einem Bier und mehreren Gläsern Schnaps eingeladen wurde. Bald merkte ich, dass er sich wohl mehr erhoftt hatte und das Erfinden einer Freundin half dem ganzen so gut wie möglich zu entkommen. Ein kostenloses Abendessen in seinem Restaurant lies er sich aber nicht ausreden. Es war auch sehr nett und so traf ich auf Doris und ihren Mann, zwei Deutsche die gerade durch China reisten. Es hatte mich sehr gefreut die zwei kennen zu lernen und auch mal wieder Gelegenheit gehabt zu haben deutsch zu sprechen.
Today's spending: 50 Yuan - hotel
20 Yuan - meal
24 Yuan - cookies, handkerchiefs
Total expense: 2410.80 Yuan
2007-09-10: Ekou (68.Day)
Am Morgen traf ich mich noch mit Yi Lin in seinem Restaurant, woch ich nochmals zum Essen eingeladen wurde und mich dann von allen verabschiedete. Aus dem Kessel ging es erst noch recht lange bergauf, auf einen 2000er Pass und dann auf einen langen Downhill. Hier passierte mir fast mein zweiter Unfall, allerdings hätte der richtig bös ausgehen können. Ich sah den Kuhfänger des Jeeps schon direkt vor mir als ich um die Haarnadelkurve fuhr. Ich stieg voll in die Bremsen und schafte es gerade so an seiner Seite entlang zu schleifen. Etwas hinter ihm kam ich zum stehen. Dieser Arsch hatte mal wieder mitten in der Kurve überholt. Ich fluchte wie ein Wilder, zeigte ihm meinen Mittelfinger und gerade als ich absteigen wollte um ihm eine schöne Delle in seinen Wagen zu treten, fuhr er einfach weiter, ohne auch nur ein Wort zu verlieren... FEIGE SAU!
Je weiter ich dann nach unten kam, desto mehr nahm auch der LKW-verkehr zu. Als ich nahe der G108 war aß ich zu Mittag und beschloss hier zu übernachten, in der verzweifelten Hoffnung, dass morgen weniger LKWs fahren würden... was für ein blödsinn, über diesen Gedanken musste ich selbst lachen. Am Abend ging ich ins gleiche Restaurant, wie am Mittag, zum Essen. Diesmal wurde sogar ein Fotograf geholt und dann war mal wieder Fotoshooting angesagt.
Trip distance: 94.04 km
Time: 5:01:06
Altitude: 1,040 m
Total distance: 3,552 km
Total altitude: 25,879 m
Today's spending: 13 Yuan - beer, cookies, Sprite
18 Yuan - meal, beer
20 Yuan - hotel
23 Yuan - dinner, beer
Total expense: 2484.80 Yuan
2007-09-11: Yuanping (69. Day)
Zum Frühstück ging ich wieder ins gleiche Restaurant, wo ich diesmal umsonst Essen durfte und noch eine Armkette zum Abschied geschenkt bekam. Auf der G108 war der Verkehr aund der dadurch aufgewirbelte Dreck unerträglich. Deshalb bog ich einfach in einen Feldweg ab und schlängelte mich so durch schöne ruhige Felder. Bis ich dann auf eine Nebenstraße der G108 kam, die ich auf meiner Karte gesehen hatte. Ich hatte gehofft, dass es hier besser wäre, aber durch die Straßenbauarbeiten, machte es kaum einen Unterschied. Doch dadurch kam ich in ein Dorf, bei dem ich eine kurze Rast einlegte. Und wärend ich da saß fuhr ein junges Mädchen auf ihrem Fahrrad vorbei und grinste mich an. Kurze Zeit später kam sie wieder zurück und quetschte mich über meine Reise aus. Nach einem sehr netten Gespräch machten wir noch ein Abschiedsfoto, welches ich ihr unbedingt schicken muss.
Am Abend kam ich in Yuanping an, wo ich bei den Eltern von Yue Suping (arbeitet bei Festo Peking) übernachten durfte. Ich bekam so viel zu essen aufgetischt, das hätte für 10 Leute gelangt. Ich aß so irre viel, dass es mir danach garnicht gut ging und ich froh war als ich endlich im Bett lag.
Trip distance: 96.10 km
Time: 5:25:35
Altitude: 178 m
Total distance: 3,649 km
Total altitude: 26,057 m
Today's spending: 13 Yuan - beer, ice-cream, cookies
Total expense: 2497.80 Yuan
2007-09-12: Yuanping (70. Day)
Ich durfte noch einen Tag länger hier bleiben um mich gut auszuruhen. Ich war auch sehr müde, obwohl ich erst in Wutaishan bereits einen Ruhetag eingelegt hatte. Am Morgen hatte ich mich erst um mein total verdrecktes Fahrrad gekümmert und dann den Vormittag genutzt an meinem Tagebuch weiter zu schreiben. Zum Mittagessen wurde mir wieder dermaßen viel aufgetischt, der ganze Tisch war voll. Sobald ich auch nur eine Schüssel halb leer hatte wurde sie wieder voll gemacht. Dass war für mich, der am Ende nur leere Teller sehen will, zum verzweifeln. Wenigstens zum Abendessen aßen wir alle zusammen und ich war froh zu sehen, dass hier die gleiche Menge aufgedeckt wurde. Die 11 Monate alte Tochter von Yue Supings Schwester war einfach zu goldig und wir hatten eine menge Freude ihr bei den ersten Gehübungen zu zuschauen.
2007-09-13: Taiyuan (71. Day)
Am Morgen hatte ich nun seit wirklich sher langer Zeit wieder Regen. Deshalb wollten mich meine Gastgeber nicht gehen lassen, aber zum einen hatte ich das Gefühl ich läge nicht gut in der Zeit und zum anderen dachte ich es wäre schön bei sauberer Luft zu fahren. Leider stellte sich heraus, dass die Luft durch die paar Tropfen keineswegs sauber war, ganz im Gegenteil, es war schlimmer denn je und ich wünschte mich zurück in die schöne Mongolei. Es war wirklich katastrophal wie hier die Luftverhältnisse sind in diesem Teil Chinas, dass kann doch keiner sehr lange ohne Gesundheitliche Probleme überleben. Von der Landschaft hatte ich heute nichts mitbekommen, zum einen weil meine Augen von dem Dreck schmerzten und ich mit gesenktem Haupt verzeifelt versuchte so wenig wie möglich Dreck in meine Augen zu bekommen und weil man eh nur ein paar Meter weit sehen konnte. Wenn das so weitergehen sollte, muss ich mir ernsthaft überlegen, ob ich diesen Teil meiner Reise, den Osten Chinas, nicht überspringen. Es wäre wirklich sehr schade, ich habe hier so viele nette Leute getroffen, die ich wohl wenn ich mit anderen Mitteln gereist wäre nicht getroffen hätte. Eine andere Möglichkeit wäre irgendwo eine Atemmaske und eine Fliegerbrille zu kaufen.
In Taiyuan war es mal wieder schwierig ein günstiges Hotel zu finden. Als sich vor einem recht teuren eine so große Menschenmasse neugierig um mich scharrte, machte dies den Hotelmanager aufmerksam und er konnte der Gelegenheit nicht wiederstehen vor der großen Masse mir ein Zimmer für einen günstigen Preis mit Verpflegung anzubieten. Diesess tolle Angebot nahm ich natürlich dankend an. Ich hatte mich schon nach einer schönen Dusche gesehnt, so dreckig wie ich war.
Trip distance: 113.96 km
Time: 6:51:34
Altitude: 532 m
Total distance: 3,762 km
Total altitude: 26,589 m
2007-09-14: Pingyao (72. Day)
Am Morgen genoss ich mein kostenloses Buffet und ging dann erstmal zur Bank, da mein Bargeld schon sehr knapp war. Beim auschecken war es einfach unfassbar, von dem ausgemachten 100 Yuan wollten die jetzt gar nichts. So hatte ich eine tolle Unterkunft plus Verpflegung ganz für umsont. Ich bedankte mich tausendmal dafür und nutzte noch die Autowäsche nebenan um mein Rad zu reinigen. Beim Aufpumpen des Vorderrades riss mir das Ventil ab, so musste ich mal wieder einen Schlauch wechseln. Anschließend gab es noch ein Fotoshooting mit den Hotelangestellten und dann musste ich mich wieder durch den Staub und Dreck Richtung Süden kämpfen. 50 km weiter wurde es langsam etwas besser, dass war auch gut so, denn mein Hals machte mir schon richtig Sorgen, ganz zu schweigen von meinen Augen. In Pingyao angekommen half mir eine nette Kartenverkäferin ein günstiges Hotel mitten in der schönen Altstadt zu finden. Da es hier auch ein Internet-Cafe gab, blieb ich noch einen Tag länger hier.
Trip distance: 89.27 km
Time: 4:42:27
Altitude: 75 m
Total distance: 3,852 km
Total altitude: 26,665 m
Today's spending: 18 Yuan - toothpaste, soap, coffee, beer
6 Yuan - map of pingyao
16.5 Yuan - beer, juice, melon
28 Yuan - 2 melons
40 Yuan - hotel
6 Yuan - internet
Total expense: 2612.30 Yuan