Cycling tour through Asia 2007/2008 - China
2007-10-09: Mianyang (97. Day)
Wir stunden extra früh auf, zogen unsere feuchten Sachen an, frühstückten was und ab ging es in den Regen. Zwei Berge hatten wir noch vor uns. Davon war der erste sehr steil, aber ab dann wurde die Strasse besser und breiter und die Kilometer flogen an uns vorbei. Wenn wir was essen waren, war es jedesmal wie ein Wettkampf, wir stürzten uns auf die Gerichte und verschlangen alles in Rekordzeit. Der kleine Jin aß nämlich auch sehr viel und vorallem sehr schnell, wenn ich nicht acht gab blieb nichts für mich übrig.
Tageskilometer: 90,30 km
Fahrzeit: 5:25:52
Höhenmeter: 937 m
Gesamt Kilometer: 5369 km
Gesamt Höhenmeter: 38731 m
heutige Ausgaben: 4 Yuan - Essen
10 Yuan - Hotel
12,5 Yuan - Milch, Kekse, Erdnüsse
5 Yuan - Internet
13,5 Yuan - Essen
Gesamt Ausgaben: 4725,70 Yuan
2007-10-10 Chengdu (98. Day)
Endlich mal ein nahezu regenfreier Tag, es kamen nur vereinzelt ein paar Tropfen nieder. Warm war es deshalb trotzdem nicht. Wir waren wieder früh auf den Beinen, da wir vor hatten Chengdu zu erreichen und dies ein gutes Stück entfernt lag von Mianyang. Es lagen keine Berge mehr dazwischen, doch ein großer Teil der Strasse war eine reine Schlammgrube... so viel zu unseren sauberen Rädern. Jin schien an dem Tag nicht sehr fit zu sein und je später es wurde, um so langsamer wurde er. Ich musste mehrmals auf ihn warten und wir legten ca. alle 20 km eine kleine Pause ein. Wir erreichten Chengdu erst so gegen 18 Uhr und es fing bereits an dunkel zu werden. Das Guesthouse, welches ich mir aus dem Internet rausgesucht hatte, war schnell gefunden, doch leider nichts mehr frei. Jin kannte noch eins im Süden der Stadt, doch dies war nicht so leicht zu finden, da Jin mit keiner Karte so richtig zurecht kam. Wir hielten an jeder Kreutzung, weil er wieder nach dem Weg fragen wollte. Eine weile lies ich dies über mich ergehen, dann wurde es mir zu viel, da ich sehr müde war und ich eine warme Dusche sehnlichst vermisste. Ich lies mir die Adresse geben, nahm die Karte zur Hand und im nu waren wir im Guesthouse. Eine heiße Dusche, die ganzen Klamotten in die Waschmaschine, was kleines zu essen und müde aber glücklich ins Bett fallen.
Tageskilometer: 143,41 km
Fahrzeit: 8:56:32
Höhenmeter: 378 m
Gesamt Kilometer: 5512 km
Gesamt Höhenmeter: 39109 m
heutige Ausgaben: 5 Yuan - Essen
10 Yuan - Essen
25 Yuan - Hotel
5 Yuan - Essen
35,4 - Saft, Milch, Bier, Erdnüsse
Gesamt Ausgaben: 4806,10 Yuan
2007-10-11 - 14: Chengdu (99. - 102. Day)
Den Vormittag verbrachte ich im kostenlosen Internet von Holly's Guesthouse, welches übrigens sehr schön im tibetischen Viertel liegt. Dann verabschiedete ich mich von Jin, der sich eine andere Unterkunft suchen wollte, da er vor hatte sehr lange in Chengdu zu bleiben.
Später bekam ich dann eine SMS von Lin JunJian, den ich in Linfen getroffen hatte. Er fragte wann ich in Chengdu ankommen würde, er hätte einer Kollegin von meiner Reise erzählt und da sie Reporterin der Chengdu Morgenzeitung (Chengdu Zao Bao) war, wollte sie mich interviewen. Kurz nach dem ich zurück geschrieben hatte, dass ich bereits am Vorabend in Chengdu eingetroffen war, kam auch schon die SMS von der Reporterin und bat um ein Treffen. Nach einigen SMS später wurde ich im Guesthouse von zwei Reporterinnen interviewed. Ich war anfangs ganz schön nervös, hatte sowas noch nie gemacht. War aber sehr nett und lustig... da alles auf chinesisch, war nicht so einfach. Dann traf noch der Fotograf ein und es wurden einige Fotos von mir und meinem Fahrrad geschossen (leider ohne Gepäck). Im Anschluss hatte ich ganz vergessen zu fragen wann und in welcher Zeitung ich den Artikel finden könnte. Aber ich hatte ja ihre Handynummer. Sie meinte der Artikel wäre bereits am nächsten Morgen in der Zeitung.
Am nächsten Morgen konnte ich es kaum erwarten, ging gleich auf die Strasse und fragte eine Zeitungsverkäuferin nach der Zeitung, die ich gleich durchblätterte. Als ich den Artikel fand kaufte ich gleich drei Ausgaben, zum großen Erstaunen der Verkäuferin. Anschließend bekam mein Fahrrad eine gründliche Reinigung und dann ging es auf die Suche nach einem guten Fahrradgeschäft. Ich hatte kein gutes Gefühl bei den neuen Bremsbelägen, die ich nun hinten drin hatte. Diese hatten eine ganz andere Form als die originalen und ich war mir ziemlich sicher, dass es nicht die richtigen waren. Sie hatten sich auch extrem abgenutzt auf der kurzen Strecke bis Chengdu und auch nicht gleichmäßig. Leider versicherte mir das Fahrradgeschäft, dass ich die gleiche Form wie die originalen in ganz China nicht bekommen könnte. Dann stand noch ein Kauf neuer Pedale an. Über die Qualität meiner teuer gekauften Xpedo Pedale war ich sehr enttäuscht. Die Lager machten bereits nach etwas mehr als 3000 km schlapp, bis CHangdu konnte ich diese nur durch ständiges ölen einigermaßen gangbar halten. Klar, ich hatte noch Garantie auf die Teile, aber was nützt die hier und ich kann nicht original Verpackung und Kaufzettel von allen Parts mitschleppen.
Am Nachmittag traf ich in Dave's Bar auf Inga und Frauke. Beide sind aus Deutschland und studierten Lehramt. Inga war nun für zwei Monate in dem kleinen tibetischen Dorf Dawu, im Westen von Chengdu, als englisch Lehrerin tätig. Frauke kam sie dort besuchen und nun reisen sie noch weiter nach Süden, nach Laos und Thailand. In Dawu steht ein Waisenkinderdorf, aufgebaut von dem Tadra-Projekt (www.tadra.de). Die beiden schwärmten so davon, dass ich beschloss doch erst noch weiter nach Westen zu fahren um auch dieses Dorf zu besuchen.
Am Abend gingen wir noch essen, liefen aber ewig durch die Stadt, bis wir endlich ein kleines Restaurant fanden, dass auch gebratene Nudeln hatte. Witzig war, dass kurz nach dem wir bestellt hatten, einer aufgeregt mit einer Zeitung auf mich zu kam und mir den Artikel zeigte und fragte ob ich dies auf dem Bild sei. Das war natürlich das highlight für alle im Restaurant und ein kleiner Junge schoss ein Bild von mir mit seinem Handy. Abends trafen wir noch Sandra, die Nachfolgerin von Inga, sie war gerade im Hostel eingetroffen. Sie werde ich dann kontaktieren, wenn ich in Dawu ankomme.
Den nächsten Tag schlief ich sehr lange und setzte mich dann ins Cafe des Guesthouses um meine Homepage und Reiseberichte auf den neuesten Stand zu bringen. Inga und Frauke hatten in der Zwischenzeit einen Kochkurs hier. So durfte ich immer wieder etwas von ihren guten Gerichten probieren... sehr lecker. Hier nochmals vielen Dank an euch zwei für all die Informationen, das gute Essen und den Hadak. Es hat mich sehr gefreut euch in Chengdu getroffen zu haben.
Ich blieb nun doch noch einen Tag länger um mich auf die anscheinend etwas schwierige Strecke besser vorzubereiten. Obwohl der Sonntag ein guter Tag gewesen wäre zum radeln, die Sonne schaffte es fast durch die Wolkendecke. Die ganzen Tage die ich nun in Chengdu verbracht habe hat es nicht ein einziges mal geregnet, wahrscheinlich gehts wieder los sobald ich im Sattel sitze.
Lin JunJian machte mir heute noch ein Jobangebot. Irgend etwas mit ihm zusammen aufziehen. Spielt aber auch nicht so wirklich eine Rolle, denn dies würde bedeuten die Reise abzubrechen und dies kommt nicht in Frage. Da muss schon was böses passieren, dass ich mir meinen Traum nicht vollends erfülle.
heutige Ausgaben: 100 Yuan - Hotel
28,5 Yuan - Spray für meine Knie
5,5 Yuan - Essen
15 Yuan - Essen
14,9 Yuan - Getränke
30 Yuan - Rasiergel
1,5 Yuan - 3 Zeitungen
8,5 Yuan - Essen
290 Yuan - Pedale
99 Yuan - Gamaschen
30 Yuan - 3 Bier
6 Yuan - Essen
10 Yuan - Kaffee, Yoghurt
15 Yuan - Essen
3 Yuan - Essen
28 Yuan - Wörterbuch
5 Yuan - Gebäck
24 Yuan - Saft, Erdnüsse, Kekse
63 Yuan - Indisch Essen
Gesamt Ausgaben: 5583 Yuan
2007-10-15: Gengda (103. Day)
Erst einmal eine eiskalte Dusche, so früh gab s noch kein warmes Wasser. Dann machte ich mich auf in Richtung Nordwesten. Es ging recht sanft bergauf bis ich nach 60 km die Stadt DuJiangYan erreichte. Ab hier fingen die Berge an und es war einfach toll, wie dir Stadt direkt vor dieser riesigen Bergwand schlummerte. Das Wetter war sehr gut, es blinzelte sogar hin und wieder die Sonne hindurch. Den Rest des Tages ging es nur noch aufwärts, an einem sehr großen Stausee entlang und dann einem kleinen Fluss folgend. Dieser war so glasklar, leicht türkis mit weißen Felsen darin. Das ganze in einer grünen Schlucht mit irre vielen Wasserfällen links und rechts... einfach wunderschön.
Tageskilometer: 127,79 km
Fahrzeit: 8:25:14
Höhenmeter: 1429 m
Gesamt Kilometer: 5640 km
Gesamt Höhenmeter: 40539 m
heutige Ausgaben: 3 Yuan - Essen
10 Yuan - Essen
50 Yuan - Unterkunft
6 Yuan - Bier
Gesamt Ausgaben: 5652 Yuan
20. Panne: Platten am Hinterrad
2007-10-16: Dengsheng (106. Day)
Unglaublich, es stahlte die Sonne und das schon am frühen Morgen. Trotzdem schön warm angezogen aufs Fahrrad gestiegen, war mit 10 C nämlich recht kalt. Es waren sogar manche Berggipfel weiß bedeckt, in der Sonne und mit dem Wolkenfetzen sah dies gigantisch aus. Gut glaunt und ohne schmerzende Knie fuhr ich sehr langsam höher und höher. Gegen Mittag fing es leicht an zu tröpfeln, dies nutzte ich um etwas zu rasten und zu essen. Später hatte ich nochmal einen Plattfuß, es steckte eine Glasscherbe im Mantel. Hier und bei so schönen Wetter machte mir der Schlauchwechsel nichts aus.
Tageskilometer: 53,60 km
Fahrzeit: 5:37:49
Höhenmeter: 1209 m
Gesamt Kilometer: 5693 km
Gesamt Höhenmeter: 41749 m
heutige Ausgaben: 14 Yuan - Essen
14 Yuan - Getränke, Kekse
10 Yuan - Unterkunft
20 Yuan - Essen
Gesamt Ausgaben: 5710 Yuan
21. Panne: Platten am Hinterrad
2007-10-17: at a road construction camp (107. Day)
Es hatte die ganze Nacht über geregnet, somit war die Straße mal wieder eine reine Schlammgrube. In der Nacht war ich auch sehr froh über meinen dicken Schlafsack, denn ich übernachtete halb im freien, einzig frei Wände mit einem Dach schützten mich vor dem Regen. Der ganze Schlamm bremste so dermaßen, er machte jeden Meter zu einem Schweißtreibenden Hindernis. Der Vorteil lag darin, dass einem die Kälte nicht so viel ausmachte. Mein Thermometer sank bereits auf drei Grad, als ich die 2900 m erreichte. In der Höhe wandelte sich der Regen langsam in Schnee. Bis dahin hatte ich auch noch eine traumhafte Sicht, dann fuhr ich in die Wolken hinein. Es ging höher und höher und der Schnee fing an liegen zu bleiben. Von ein paar Straßenarbeitern wurde ich mittags aufgenommen und versorgt. Die armen mussten bei der Kälte hier ausharren, in einem Monat geht es für sie wieder zurück in die Heimat.
Ich kämpfte mich weiter nach oben, mein schnaufen veranlasste sogar die riesigen Yaks reiß aus zu nehmen. Ich war froh um all meine warmen und schweren Klamotten, die nun zum Einsatz kamen. Als ich nahe dem Pass war sank die Temperatur auf -3 C, meine Wasserflaschen waren nur noch Eis, meine Gangschaltung war festgefroren und auch an meiner Kleidung bildeten sich kristalle. Die einzigen Schwachstellen an meiner Kleidung waren meine Hände und Füsse. Ich war so froh den Pass auf 4351 m erreicht zu haben, doch die Bergabfahrt war eigentlich noch schlimmer. Durch den Fahrtwind und den Mangel an Bewegung froren mir Hände und Füsse ein. So musste ich immer wieder anhalten um meine Hände zu wärmen, damit ich wieder die Bremshebel betätigen konnte. Hin und wieder lichteten sich die Wolken und gaben eine fantastische Sicht über die Schneeberge frei, beleuchtet von der Abendsonne. Unentschlossen, so schnell wie möglich ein Lager aufzuschlagen, um mich in meinen Schlafsack zu verkrichen, oder weiter zu fahren, sah ich etwas entfernt ein Straßenbaulager.Als ich es erreichte und dort nach heißen Wasser fragte, schlugen die die Hände über den Kopf zusammen und führten mich zum Feuer, wo sich meine extrem schmerzenden Hände und Füsse langsam wieder auftauten. Dann gaben sie mir eine warme Suppe und Reis und boten mir einen Schlafplatz auf einer ihrer Pritschen an, was ich dankend annahm.
Tageskilometer: 50,59 km
Fahrzeit: 6:56:50
Höhenmeter: 1800 m
Gesamt Kilometer: 5744 km
Gesamt Höhenmeter: 43549 m
2007-10-18: Xiaojin (108. Day)
Diesmal schneite es die ganze Nacht, so dass alles um uns herum mit sch$ouml;nen weißen Schnee bedeckt war. Ich lies mich überreden noch bis zum Mittagessen im Lager zu bleiben, da es danach aber immer noch schneite musste ich halt trotzdem im Schneegestöber starten. Unglaublich, gerade mal 15 km weiter bergab war alles wie verwandelt, die Wolken hatte ich hinter mir gelassen, die Sonne strahlte und es gab wieder Bäume. Am späten Nachmittag war es sogar so warm in der Sonne, dass ich mich im Schatten eines Baumes ausruhte. Unvorstellbar, dass ich vor kurzem no0ch im Schnee steckte. Ich fühlte mich zurück versetzt in meine letzte Radtour durch Tibet, die Landschaft und die Leute erinnerten mich sehr daran. Am Abend fand ich ein tolles aber günstiges Hotel, wo ich meinem Rad eine dringende wäsche gönnte.
Tageskilometer: 72,69 km
Fahrzeit: 3:23:12
Höhenmeter: 254 m
Gesamt Kilometer: 5817 km
Gesamt Höhenmeter: 43804 m
heutige Ausgaben: 80 Yuan - Hotel
15 Yuan - Essen
10 Yuan - Kekse, Bier
Gesamt Ausgaben: 5815 Yuan
2007-10-19: Danba (119. Day)
In einem kleinen Restaurant bekam ich am Abend davor ein gutes Essen mit Schnapps umsonst. Es war ein sehr netter Abend und ich versprach am Morgen zum Frühstück wieder zu kommen. Gut gestärkt führte der Weg einem reißenden Fluss entlang und das ganze ohne Regen. Da ich sehr schnell unterwegs war legte ich alle 20 km eine gemütliche Rast ein und genoss das Rauschen des Flusses und die Sicht auf die Schneeberge.
In Danba kam ich bereits um 13 Uhr an und wahrscheinlich wäre es besser gewesen weiter zu fahren, aber es gefiel mir hier so gut und es gab hier ein nettes Backpackers Hostel. Hier verbrachte ich wieder den ganzen Abend in einem kleinen Restaurant mit zwei sehr netten Mädels, die mich gar nicht mehr gehen lassen wollten, aber leider muss ich schauen, dass ich weiter komme. Sie warnten mich vor dem weiten Weg, es sollte dort wohl viel schneien und dadurch sehr gefährlich sein.
Tageskilometer: 59,41 km
Fahrzeit: 3:00:59
Höhenmeter: 216 m
Gesamt Kilometer: 5876 km
Gesamt Höhenmeter: 44021 m
heutige Ausgaben: 6 Yuan - Essen
50 Yuan - Guesthouse
31,2 Yuan - Nüsse, Milch
8 Yuan - Bananen, Mandarinen
6 Yuan - Essen
Gesamt Ausgaben: 5916,2 Yuan
2007-10-20: near to Bamei (110. Day)
Ich frühstückte noch bei den zwei netten, verabschiedete mich und fuhr bei schönen Sonnenschein auf meinen zweiten Pass zu. Die Häuser auf dem Land sind fast wie kleine Burgen, gemauert mit einem oder mehr Türmen, Holzbalkon und alles wunderschön bemahlt.
Das Wetter hielt leider nicht lange und ich musste bald in meine Regenkleidung schlüpfen. Dazu ärgerte micht mein Rad noch ziemlich, mehrmals sprang die Kette runter und verklemmte sich zwischen Speichen und Zahnkranz. Einen Platten hatte ich auchwieder, da mal wieder ein paar Scherben auf der Straße lagen. Durch diese Verzögerungen erreichte ich den Pass sehr spät und war sehr erschöpft und durchgefroren. Es schneite auch sehr stark in dieser Höhe. Der einzige Trost war die schöne Landschaft und die mit Wolken gekrönten Berggipfel.
Bergab war es wieder so brutal kalt, dass meine Hände ganz steif wurden. Nur die Schmerzen beruhigten mich, dass Finger und Zehen noch am leben waren. Als ich ein paar Häuser sah, fragte ich schlotternd ein kleines Mädchen, ob es hier was zum übernachten gäbe. Kurz darauf saß ich bei ihrer Familie am Ofen und taute meine gefrorenen Finger und Zehen auf. Ich wurde so herzlich aufgenommen und versorgt, als ich mich in meinen Schlafsack legte, deckten sie mich noch mit zwei dicken Decken und einem Mantel zu, damit ich ja nicht frierte.
Tageskilometer: 78,72 km
Fahrzeit: 7:02:31
Höhenmeter: 2124 m
Gesamt Kilometer: 5955 km
Gesamt Höhenmeter: 46145 m
heutige Ausgaben: 5 Yuan - Essen
43 Yuan - Unterkunft
Gesamt Ausgaben: 5964,2 Yuan
22. Panne: Platten am Hinterrad
2007-10-21: Daofu (111. Day)
Ich lag noch eine ganze Weile im warmen Bett und schaute aus dem kleinen Holzfenster. Ich genoss und versank in der verschneiten Landschaft, die weißen Wiesen und Berge bildeten einen direkten Übergang zur weißen Wolkendecke. Alles war so ruhig und nichts bewegte sich, ausßer ein paar Vögel, die übers Land zogen... hier würde ich am liebsten gar nicht mehr weg. Nach dem Frühstück gab ich der Familie 43 Yuan als dankeschön für die Rettung und machte mich auf den Weg, auch wenn sie mich noch gerne länger aufgenommen hätten und immer wieder meinten ich solle warten bis das Wetter besser werden würde. Ich versprach auf meinem Rückweg nochmal vorbei zu kommen.
Der weitere Weg Richtung Daofu war unglaublich. Da er nur leicht anstieg blieb man ständig auf ca. 3600 m Höhe und hatte eine weite Ebene um sich herum mit ein paar Bergen im Hintergrund. Durch die weite Sicht sah ich immer rechtzeitig, wenn eine dunkle Schneewolke auf mich zu kam und wurde alle dreimal von einer Familie aufgenommen und versorgt, bis kurz darauf wieder die Sonne strahlte... so blieb ich mal einen Tag schön trocken. Wenn der Himmel sich zeigte war der so irre blau, er kam mir fast unecht vor und die Luft hier oben tat auch so gut. Ich war so glücklich über meine Reise hierher, es war all die Anstrengungen wert und ich hätte laut schreien können vor Freude es so weit geschaft zu haben.
Am Abend erreichte ich Daofu und das Tadra-Project, wo ich von Sandra und ein paar Kindern empfangen wurde. Hier lag leider noch kein Schnee, da Daofu auf ca. 2900 m liegt.
Tageskilometer: 92,82 km
Fahrzeit: 6:04:43
Höhenmeter: 779 m
Gesamt Kilometer: 6048 km
Gesamt Höhenmeter: 46925 m
heutige Ausgaben: 30 Yuan - Unterkunft
Gesamt Ausgaben: 5994,2 Yuan