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Cycling tour through Asia 2007/2008 - Vietnam

2008-03-01 - 2008-03-02: Tien Yen (242. - 243. Day)

2008-03-01 - 2008-03-02: Tien Yen (242. - 243. Day) Um 9 Uhr frühs fuhr ich gemütlich zur Grenz. Auch wenn ich diese Grenzkontrollen hasse, ging alles recht reibungslos... Formular hier, Unterschrift da, Stempel und dann darf man über die Brücke nach Vietnam. Oh, nicht so schnell, nicht vergessen ein Ticket zu kaufen... unglaublich, wie bereits schon bei der Einreise nach China muss man bei der Ausreise auch wieder Gebühr zahlen. Auf Vietnam Seite natürlich nicht.

So nun war ich in Mong Cai und war mir nicht ganz sicher, ob ich nicht den ersten Tag hier verbringen sollte, um Geld zu wechseln und mich erst einmal in Ruhe mit einer vietnamesischen Stadt befasse. Da ich aber beim durchfahren der Stadt gleich die richtige Strasse fand jedoch keine Bank, dachte ich mir... was solls ohne Geld gleich direkt rein ins Land

Die kleine Strasse (18A) schlängelte sich durch eine schöne Landschaft mit vielen Hügeln, Reisfeldern und Teeplantagen. Rechts im Hintergrund ein paar hohe Berge und links lies sich manchmal in der Ferne das Meer blicken. Den ganzen Tag über herrschte ein traumhaftes Wetter, ohne eine einzige Wolke. Der Verkehr war nicht zu schlimm und die meisten Hupen waren erträglicher, durch ihren etwas melodischen Klang.

Nachdem ich durch viele Orte gefahren war und nie auch nur das geringste von einer Bank sah, machte ich mir doch etwas Sorgen. Ich hatte 36.000 Dong, die mir Rolf vor Start meiner Reise gegeben hatte, bei mir, aber damit hätte ich mir gerade mal ein Essen leisten können. In Tien Yen angekommen, suchte ich nach einer Unterkunft, was nicht einfach war, wenn man kein vietnamesisch kann. Ein Junge, dem seine Eltern eine Unterkunft besaßen und der auch englisch sprechen konnte, sprach mich an. So, nun hatte ich natürlich nicht genug Geld für die Übernachtung und ich erklärte ihm, dass ich erstmal Geld bräuchte. Er meinte, da heute Samstag war (verdammt wusste garnicht mehr welchen Tag wir hatten), hätten alle Banken geschlossen, doch er brachte mich zu einer Wechselstube, bei der ich ein paar Yuan in Dong wechselte. Später nahm er mich auf seinem Moped und zeigte mir die Umgebung und auch noch ein Internet-Cafe. So hatte ich einen sehr schönen ersten Tag in Vietnam, auch wenn ich mir etwas blöd vorkam, kein bischen vietnamesich sprechen zu können.

Ich blieb dann doch noch ein Tag länger. Nutzte den Tag um meine Homepage zu aktualisieren, Wäsche zu waschen, Fahrrad zu putzen und mich mit Trung noch etwas zu unterhalten. Am Nachmittag schnappte er mich und stellte mich ein paar seiner Freunde vor. Zusammen aßen wir ein leckeren Fisch Hotpot und tranken dazu einen Schnaps, der aber sehr mild war. Später am Abend gingen wir noch in eine Art Bar, bei dem gut weiter getrunken wurde und dazu gab es ein haufen Snacks, Schnecken, gebratene Hühnerfüsse, Vogeleier und Früchte. Gegen 12 Uhr Nachts verabschiedete ich miich von all den netten Leuten und besonders von Trung, denn durch ihn hatte ich einen super Start in Vietnam und legte mich dann zufrieden ins Bett.

Trip distance: 90.38 km
Time: 5:12:11
Altitude: 626 m

Total distance: 11,740 km
Total altitude: 79,930 m

Today's spending: 200,000 Dong - accommodation
4,000 Dong - internet
30,000 Dong - meal
48,000 Dong - tea, cookies
12,000 Dong - internet
Total expense: 294,000 Dong

2008-03-03 - 2008-03-05: Ha Long (244. - 246. Day)

2008-03-03 - 2008-03-05: Ha Long (244. - 246. Day) Es schien wieder die Sonne und es war angenehm warm. Dafür hatte ich aber wieder Gegenwind. Die ersten 30 km waren sehr schön, wenig Verkehr und tolle Landschaft. Danach wurde es immer dreckiger, hier gab es, wie ich schon im Norden Chinas erlebt hatte, Kohlegruben. Die LKWs donnerten an mir vorbei und staubten mich ein. Ich wollte aus diesem Dreckloch nur raus und fuhr ohne Pause weiter. Leider blieb es bis Ha Long so schlimm, auch wenn bereits 20 km vor Ha Long diese wunderschöne Felsenlandschaft begann Ich war komplett schwarz und mir viel das atmen schwer. Von all dem war ich so genervt, dass ich keinem "Hello" rufenden mehr antworten konnte.

In Ha Long fand ich eine sehr schöne Unterkunft direkt am Meer mit Balkon und traumhafter Sicht auf die Bucht. Als erstes nahm ich eine Dusche und ruhte mich etwas von dem heftigen Tag aus. Am nächsten Tag aß ich zum Frühstück erstmal Pho, eine leckere Nudelsuppe, auf der der Strasse und ging dann ins Internet-Cafe, um mich den ganzen Tag mit meinen Emails rum zu quälen. Hier traf ich auf Tony, der dort arbeitete. Er sprach gut englisch und wir gingen zusammen Mittagessen. Ich habe bis jetzt alle Vorsichtsmaßnahmen ignoriert und alles gegessen, Früchte, gewaschen und geschnitten auf der Strasse, Getränke mit Eiswürfeln, ohne zu wissen ob diese aus Leitungswasser gemacht wurden, und rohe Blätter und Gemüse. Mein Magen scheint alles mit zu mache und ich denke mir immer, was die essen können, kann ich auch. Am Abend führte Tony mich noch auf den Markt von Ha Long und zu einem kleinen Tempel. Dann aßen wir noch zusammen verschiedene Tofu Gerichte im Internet-Cafe.

Am nächsten Morgen traf ich mich wieder mit Tony im Internet-Cafe und brachte endlich meine Emails zum laufen. Tony hatte noch eine riesen Überraschung für mich, seine Mutter hatte für mich einen leckeren Kuchen gebacken und er schenkte mir einen haufen Bananen aus seinem Garten, dazu noch einen ganzen Rucksack voll mit Snacks und Keksen und noch ein tolles Buch über Ha Long. Ich war überwältigt.

Am Nachmittag, als er frei hatte, gingen wir zusammen zum Strand und schauten uns etwas zusammen die Umgebung an. Ein Boot zur berühmten Ha Long Bay nahmen wir nicht, mir war das Ticket einfach zu teuer. Außerdem mag cih diese großen Touriboote nicht, mir wär ein kleines Paddelboot, mit dem ich selbst entscheiden kann wo ich hin will, am liebsten. Ich hatte die schöne Felsenlandschaft ja auch von meinem Balkon gesehen und auch unterwegs vom Fahrrad aus.

Trip distance: 89.18 km
Time: 4:53:51
Altitude: 491 m

Total distance: 11,829 km
Total altitude: 80,421 m

Today's spending: 20,000 Dong - watermelon
360,000 Dong - accommodation
24,000 Dong - water, cookies
27,000 Dong - meal
3,000 Dong - internet
13,000 Dong - meal
27,500 Dong - internet
25,000 Dong - meal
10,000 Dong - meal
20,000 Dong - cookies
17,000 Dong - meal
13,000 Dong - meal
15,500 Dong - internet
30,000 Dong - post-cards
25,000 Dong - meal
16,000 Dong - bus
Total expense: 940,000 Dong

2008-03-06: Hai Phong (247. Day)

2008-03-06: Hai Phong (247. Day) Zum Frühstück aß ich wieder leckere Nudeln und fuhr dann beim Internet-Cafe vorbei, um mich von Tony zu verabschieden. In der Nacht hatte es geregnet, so war die Stasse noch nass. Als später die Sonne hervor kam, trocknete diese aber sehr schnell. Westlich von Ha Long war es zum Glück nicht so dreckig, wie nordöstlich davon. Ich hatte nicht vor nach Ha Noi zu fahren, sondern wollte an der Küste bleiben. Überall wurde ich von vielen Leuten begrüßt, doch das ständige "Hello" war auf die Dauer sehr anstrengend. Oft antwortete ich darauf nur mit einem lächeln und winken. Das war mir auch das aller liebste, wenn mir, ohne Worte, einfach nur ein strahlen und ein winken zugeworfen wurde. Heute sah ich eine alte Oma mit einem Baby auf dem Schoß vor der Haustür sitzend und beide lächelten als sie mich vorbei fahren sahen und wanken mir zu... dass war so goldig, da konnte man nicht anders als auch über beide Backen strahlen.

Ich kam recht bald in Hai Phong an, wollte aber die Nacht hier verbringen. Ich fuhr noch eine ganze Weile gemütlich durch die Stadt und sah mich etwas um, bevor ich mich für eine Unterkunft entschied.

Trip distance: 75.51 km
Time: 4:13:20
Altitude: 197 m

Total distance: 11,904 km
Total altitude: 80,618 m

Today's spending: 13,000 Dong - meal
1,000 Dong - internet
2,000 Dong - ferry
100,000 Dong - accommodation
30,000 Dong - meal
2,000 Dong - internet
10,000 Dong - 4 pineapple
Total expense: 1,098,000 Dong

2008-03-07: Ninh Binh (248. Day)

2008-03-07: Ninh Binh (248. Day) Heute war es bewölkt, aber mit 22 C sehr angenehm zum Fahrrad fahren. Die Strasse führte weiter ganz flach nach Südwesten. Zum Frühstück und Mittagessen gab es wieder Pho, war günstig und hatte alles was man brauchte: Suppe, Nudeln, Fleisch und Kreuter/Salat. Mittags, wenn die Strassen voll mit Schülern auf ihren Fahrrädern waren, wünschte ich mir, ich wäre unsichtbar. Ein paar Schüler waren kein Problem, aber so eine Masse war einfach unerträglich und verdammt anstrengend. Es war keine gute Idee bereits viel Energie am Morgen zu verbrauchen, ich brauchte diese am Mittag um ein paar sehr anhänglichen Kindern zu entkommen.

Am Nachmitttag pausierte ich noch in einem der vielen Cafes, die es hier überall an der Strasse gab und trank eine heiße Schokolade und Tee. In Ninh Binh angekommen, wurde mir eine Spezialität des Ortes empfohlen, Com Chay. So gönnte ich mir hier ein großes Essen mit Bier.

Trip distance: 123.19 km
Time: 6:26:06
Altitude: 136 m

Total distance: 12,028 km
Total altitude: 80,754 m

Today's spending: 15,000 Dong - meal
10,000 Dong - meal
14,000 Dong - hot chocolate, juice, tea
100,000 Dong - hotel
65,000 Dong - meal
Total expense: 1,302,000 Dong

2008-03-08: Thanh Hoa (249. Day)

2008-03-08: Thanh Hoa (249. Day) Als ich am Morgen bei einem kleinen Restaurant hielt um zu Frühstücken, wollten die doch wirklich mit mir einen Schnaps trinken. Ich lehnte ab, so früh am Morgen schon trinken hielt ich für keine so gute Idee. Da sie mir trotzdem einschenkten, trank ich halt einen mit. dabei blieb es aber auch. Den ersten Teil der heutigen Strecke ging es wieder durch die schöne Felsenlandschaft. Es sah schon gigantisch aus, wie diese aus dem Boden ragten. Es war wieder bewölkt und gegen Mittag regnete es leicht. Was allerdings nicht sehr unangenehm war, bei den Temperaturen. Ich nutzte die Gelegenheit um zu rasten und etwas zu essen. In dem Restaurant erzählten sie mir, dass hier erst zwei deutsche auf Fahrrädern vorbei kamen und genau wie ich zwei Portionen Pho aßen. Durch die Pause entkam ich auch den größten Ansturm der Schulkinder.

Seit Ninh Binh war ich nun auf der Hauptstrasse 1A. Hier war ein hohes Verkehrsaufkommen und dementsprechend war es laut. Besonders die Busse fuhren wie vollidioten und hatten die lautesten Hupen.

Trip distance: 75.71 km
Time: 4:12:31
Altitude: 134 m

Total distance: 12,103 km
Total altitude: 80,888 m

Today's spending: 20,000 Dong - meal
20,000 Dong - meal
80,000 Dong - accommodation
20,000 Dong - meal
50,000 Dong - drinks, cookies
55,000 Dong - fruits
Total expense: 1,547,000 Dong

2008-03-09: Vinh (250. Day)

2008-03-09: Vinh (250. Day) Ich hatte eine weite Strecke vor mir, wenn ich Vinh erreichen wollte. Der Wind, der meistens von hinten puschte, half mir sehr. Mittags legte ich eine längere Pause in einem Restaurant ein, aber sonst hielt ich nur selten. Das extem laute Hupen und ständige "Hello" rufen, ging mir langsam sehr auf die Nerven. Wenigstens gab es ein paar, die wieder einfach nur nett lächelten oder mir zu wunken, dies baute mich immer wieder auf. An einer Baustellenampel stand ich neben einem Bus voller Jugendlicher. Im nu waren alle auf der rechten Seite des Busses, streckten ihre Köpfe aus den Fenstern und brüllten immer wieder durcheinander die selben Sätze: "Hello", "Where are you from?", "What is your name?". Ich konnte nur noch lachen, ich war einfach zu müde zum Antworten.

Am Abend fand ich eine Unterkunft, die etwas teuer war, aber ich konnte sie herunter handeln. Als ich dann fragte, ob es hier in der Nähe ein Internet-Cafe gäbe, meinte sie "nein, aber ich könne ihren Computer nutzen. Ich solle einfach bescheid geben, wenn ich ihn brächte." Ich antwortete mit "ok". Worauf sie hoch ging, ihren Laptop holte und mir diesen gab. Ich hatte eigentlich nicht vor gehabt, ihr Angebot anzunehmen, mit "ok" meinte ich: " Ok, ich gebe ihr bescheid, wenn ich ihn brächte.". Naja, so hatte ich dank ihr einen Laptop, ohne Internet, aber ich konnte einige Sachen, wie meine Bilder, für meine Homepage vorbereiten.

Trip distance: 138.54 km
Time: 6:46:47
Altitude: 109 m

Total distance: 12,242 km
Total altitude: 80,997 m

Today's spending: 23,000 Dong - meal
130,000 Dong - accommodation
20,000 Dong - meal
Total expense: 1,720,000 Dong

2008-03-10: Ky Anh (251. Day)

2008-03-10: Ky Anh (251. Day) In dem Restaurant, bei dem ich auch am Voraben gegessen hatte, gab es große Protionen zum kleinen Preis und dazu auch noch sehr lecker. Hier Frühstückte ich am Morgen und bekam mein bisher bestes Pho, eine riesige Schüssel mit vielen verschiedenen Sachen darin.

Den Tag über rieselte es immer wieder, es war aber nicht nötig meine Regenkleidung auszupacken. Ich fuhr weiter im T-shirt. Seit mehreren Tagen spürte ich Spiel im Tretlager. Ohne entsprechendes Werkzeug konnte ich allerdings noch nichts dagegen machen. Ich hoffe es macht noch lange mit.

In dem Hotel, bei dem ich am Abend nach dem Preis fragte, sagten sie mir es koste 14$. "Was will ich mit Dollar, ich habe keine", meinte ich. Auf einer Preisliste sah ich: 150.000 Dong, 14$. Also sagte ich 150.000 Dong! Sie verneinte, da ich Ausländer sei, müsse cih 14$ zahlen, was über 200.000 Dong war. Empört schüttelte ich den Kopf und ging um nach einer anderen Unterkunft zu suchen. Als ich gerade auf mein Fahrrad gestiegen war, kam sie zu mir und meinte: "Ok, 150.000 Dong is ok!". Ich überlegte etwas, da dies für mich immer noch recht hoch war, willigte aber dann doch ein.

Trip distance: 108.40 km
Time: 5:43:25
Altitude: 130 m

Total distance: 12,350 km
Total altitude: 81,127 m

Today's spending: 15,000 Dong - meal
10,000 Dong - drinks
20,000 Dong - meal
150,000 Dong - hotel
4,000 Dong - internet
15,000 Dong - meal
Total expense: 1,934,000 Dong

2008-03-11: Dong Hoi (252. Day)

2008-03-11: Dong Hoi (252. Day) Es war ein schön warmer, sonniger Tag. Zwischen Ky Anh und Dong Hoi gab es keine größeren Städte, so war es etwas ruhiger und ich konnte die Fahrt richtig genießen. Als ich nicht weit von der Strasse einen leeren Strand fand, fuhr ich zu ihm, obwohl fahren war im Sand nicht mehr möglich und auch das Schieben war sehr schwer. Dort legte ich eine kleine Rast ein und genoss die Ruhe. Am frühen Nachmittag fand ich einen zweiten und nutzte die Gelegenheit um schwimmen zu gehen. Ich schob mein Rad bis nahe ans Wasser und legte es in den Sand, danach raus aus den Klamotten und ab ins kühle Nass. Hier blieb ich leider nicht unentdeckt. Nach dem ich nach einer ganzen Weile wieder aus dem Wasser kam, kamen die drei zu mir. Es war erst ganz nett, wir unterhielten uns auf dem kleinen Niveau, wie es eben möglich war und sie machten sich über meine löchrige Hose lustig, die nach 8 Monaten schon etwas mitgenommen aus sah. Doch dann fing es an ums Geld zu gehen. Worum es am Anfang ging wusste icht nicht so recht, wollten sie mir eine Frau verkaufen? War mir auch egal, ich schüttelte mit dem Kopf. Dann ging es um das Motorrad des einen, welches wohl kaputt sein sollte und er bettelte mich um Geld für die Reperatur an. Ich versuchte ihm klar zu machen, dass ich nichts verstehen würde. Er ging mit dem Preis immer weiter runter, aber ich zuckte nur mit den Schultern. Als ich trocken und wieder abfahr bereit war, zeigte er mir sein Motorrad und das abgebrochene Stück Plastik von der Verkleidung und er meinte er bräuchte Geld zum reperieren. Ich lachte laut auf, dies war doch wohl ein Witz, was interessierte das Stück Plastik, das Motorrad lief noch einwandfrei und außerdem, warum sollte ich dafür zahlen, blos weil er zu blöd zum fahren war. Als nächstes wollten sie, dass ich für die Nutzung des Strandes zahlte. Jetzt wurde es mir zu viel und ich fuhr los, doch einer hielt mein Fahrrad fest. Ich gab ihm zu verstehen er soll mein Rad los lassen, während er weiterhin nach Geld verlangte. Mein zweiter Versuch loszufahren wurde abermals verhindert. Nun hatten die drei es doch tatsächlich geschafft mich zur Weißglut zu bringen. Ich brüllte laut fluchend und lies meine geballte Faust direkt neben seine Hand auf meinen Schlafsack sausen. Ich schrie in auf deutsch an und gab ihm deutlich zu verstehen, dass wenn er es noch einmal wagen würde mich aufzuhalten, dann würde ich ihm ein paar Knochen brechen. Anscheinend verstand er dies sehr gut und die drei liesen mich ziehen. Es war schon sehr schade, wie drei solche Arschlöcher einem den schönen Tag verderben konnten und auch den guten Eindruck vom Land vernichteten.

Den ganzen restlichen Tag konnte ich keinem Grüßendem mehr antworten, ich kochte immer noch vor Wut. Wenigstens fand ich am Abend eine nette Unterkunft, bei der eine sogar chinesisch sprechen konnte. Sie hatte drei Jahre in Taiwan gearbeitet. Wir unterhielten uns eine Weile bei Tee.

Trip distance: 93.18 km
Time: 4:56:58
Altitude: 260 m

Total distance: 12,443 km
Total altitude: 81,387 m

Today's spending: 16,000 Dong - water, cookies
30,000 Dong - beer, meal
100,000 Dong - accommodation
91,000 Dong - cookies, bread, beer, peanuts, soap, tooth-paste
35,000 Dong - meal
Total expense: 2,206,000 Dong

2008-03-12 - 2008-03-13: Dong Ha (253. - 254. Day)

2008-03-12 - 2008-03-13: Dong Ha (253. - 254. Day) Landschaftlich gefiel mir Vietnam so weit sehr gut, schöne Reisfelder auf der Ebene, Berge im Hintergrund und schöne Strände mit Palmen. Doch leider wurde ich von den Vietnamesen enttäuscht. Als Ausländer wurde ich hier nur als rollender Geldbeutel gesehen, immer wieder wurde nach dem "Hello" das Wort "Money" hinterher gerufen, oder mir gleich die offene Hand entgegen gestreckt. Und dies von allen möglichen Altersgruppen (außer sehr Alte) und egal ob Motorisiert, mit Fahrrad oder zu Fuss... also viele die es ganz sicher nicht nötig hatten zu betteln. Was mir überhaupt nicht in den Kopf gehen wollte war, wie mich einer anbetteln konnte, als ich gerade von einem Vietnamese in seinem dicken Benz überholt wurde. Meine Stimmung war auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Ich hielt mir immer die paar netten Leute vor Augen, die ich im Norden getroffen hatte und redete mir ein, es gibt auch nette hier, aber mein Vertrauen in die Vietnamesen war verloren.

Am Nachmittag hielt ich an einem kleinen Stand an der Strasse, trank ein Bier und unterhielt mich mit der Verkäuferin. Diese nette Pause hatte mich wieder etwas aufgebaut und mir ging es ein paar Kilometer wieder besser. Leider dauerte es nicht lange, bis ich wieder "Money" in mein Ohr dringen hörte und ich kochte wieder innerlich... "was hatte nur das halbe Volk zu Bettlern gemacht?".

Als ich in Dong Ha ankam war ich sehr platt. Ich freute mich sehr, dass ich zwei Schweitzer traf, die in dem gleichen Hotel untergekommen waren. Am Abend merkte ich, dass ich Gesundheitlich angeschlagen war, all meine Knochen schmerzten, dementsprechend schlecht schlief ich.

Am nächsten Morgen Frühstückte ich zusammen mit den zweien, Pascal und Sandra, im Zimmer. Sie kamen gerade von Kambodscha und Laos und sie erzählten mir, dass die Leute dort viel netter seien. Über diese Aussage freute ich mich sehr und ich entschloss mich Vietnam schnell hinter mir zu lassen. Aber erstmal brauchte ich einen Ruhetag um wieder fit zu werden. Den ganzen restlichen Tag lag ich im Bett und schlief oder schaute Fern.

Trip distance: 101.58 km
Time: 5:55:34
Altitude: 203 m

Total distance: 12,545 km
Total altitude: 81,590 m

Today's spending: 20,000 Dong - meal
15,000 Dong - meal
26,000 Dong - beer, water, cookies
220,000 Dong - hotel
18,000 Dong - internet
5,000 Dong - internet
2,000 Dong - motorbike-taxi
15,000 Dong - meal
16,000 Dong - bananas, baguette
15,000 Dong - meal
Total expense: 2,558,000 Dong

2008-03-14 - 2008-03-24: Hue (255. - 265. Day)

2008-03-14 - 2008-03-24: Hue (255. - 265. Day) Es ging mir etwas besser, war aber noch immer nicht ganz fit. Deshalb lies ich den Tag sehr ruhig angehen. Ich Frühstückte erst in einem kleinen, netten Restaurant. Die Oma des Hauses war klasse, sie führte mich nach dem Essen im Haus herum und zeigte mir Bilder und ihren Pass. Sie hatte die USA in 2005 besucht.

Danach war ich bereit nach Hue zu radeln. Um mich während meiner Fahrt nicht von irgendwelchen Rufen oder Kommentaren nerven zu lassen, setzte ich meinen Hut auf und zog ihn tief über die Augen und lies meine Ohren mit guter Musik aus meinem MP3-Player berieseln. So abgeschottet rollte ich in meiner eigenen Welt die Strasse entlang, dies tat mir richtig gut.

Kurz vor Hue hielt ich in einem Restaurant zum Mittagessen. Ich aß Reis und trank anschließend ein kaltes Bier. Nach einer langen, gemütlichen Pause, stieg ich wieder aufs Rad. Durch meinen gesundheitlichen Zustand spürte ich das Bier sofort, so fuhr ich etwas benommen in die Stadt hinein. Es war noch früh am Nachmittag und ich nutzte dies um etwas die Altstadt von Hue mit dem Fahrrad zu erkunden. Später fand ich eine günstige Unterkunft in der Nähe des Flusses und der alten Stadtmauer. Die Lage gefiel mir sehr gut. Ich lies den schönen Tag am Abend ruhig ausklingen und hatte wieder Hoffnung Vietnam doch noch mit einem besseren Eindruck verlassen zu können.

Ich entschied mich ein paar Tage hier in Hue zu bleiben, meine Verfassung machte mir etwas Sorgen, da es einfach nicht besser werden wollte. Ich hatte weiterhin starke Halsschmerzen und spürte dies auch in den Ohren.

Am nächsten Vormittag besichtigte ich die Verbotene Stadt, die nach dem Vorbild der Verbotenen Stadt in Peking erbaut wurde. Man sah noch viel von der Zerstörung durch die Kriege auch wenn vieles wieder aufgebaut worden war. Danach hielt ich eine lange Siesta, die Mittagssonne war mir etwas zu heiß. Am Abend lief ich etwas durch die Stadt, auf der anderen Seite des Flusses und nutzte ein Internet-Cafe. Den nächsten Tag schlief ich bis in den Mittag und genoss den restlichen Tag in einem Cafe. Mir schien es besser zu gehen, so dachte ich, ich könnte evtl. am nächsten Tag weiter nach Da Nang fahren. Leider ging es mir am Abend immer schlechter und nun begann ich mir richtig Sorgen zu machen. Also war mir klar, dass dies nicht einfach durch ausruhen und Vitamine zu kurieren war. Ich beschloss am nächsten Tag mit einer breitspektrum Antibiotikabehandlung zu beginnen, aber dafür war meine Unterkunft nicht geeignet. Es war ein günstiges Zimmer, in dem es von der Decke tropfte und Nachts sich eine Ratte über meine Vorräte her machte. So ein Zimmer hat während einer Reise sogar einen Vorteil gegenüber guten, teuren Zimmern: Man hält sich so wenig wie möglich im Zimmer auf. Da mein Zustand nun aber einen langen Aufenthalt im Zimmer erforderte, wollte ich bevor ich mit der Antibiotikabehandlung begann, zu einem Hotel wechseln.

So packte ich am nächsten Morgen meine Sachen, doch das war schwerer als gedacht und nach jeder kleinen Bewegung viel ich erschöpft aufs Bett. So dauerte es recht lange, bis ich abfahr bereit war. Als ich durch die Stadt fuhr kam mir dann alles wie in Zeitlupe vor und auch die Geräusche drangen nur gedämpft in mein Ohr. Ich wurde von vielen Motorradfahreren angesprochen, "Hello", "Where are you from?", "Where are you going?"... ich brachte nur ein leichtes lächeln über die Lippen und nickte. Lasst den armen kranken doch in Ruhe, dachte ich mir.

Ich fuhr zum Bamboo Hotel, von dem mir die zwei Schweizer aus ihrem Reiseführer erzählt hatten. Da es noch früh am Morgen war musste cih etwas warten bis sie das Zimmer fertig gemacht hatten Ich nutzte die Zeit zum Frühstücken und meine ersten Tabletten einzunehmen. Danach legte ich mich ins Bett und schlief bis zum nächsten Morgen. Nach diesem langen Tag im Bett gin ges mir etwas besser und das Fieber schien weg zu sein. Ich verbrachte aber auch noch den nächsten Tag im Zimmer ohne etwas zu essen. Am Abend kam dann auch endlich mein Appetit zurück und ging in ein Restaurant, wo ich eine große Pizza, Frühlingsrollen und gebratene Nudeln mit Gemüse bestellte und natürlich alles wegputzte. Ab nun ging es mir jeden Tag besser. Die meiste Zeit verbrachte ich im kostenlosen Internet des Hotels.

An einem Morgen traf ich auf Jan de Jongh, aus Holland. Beim Frühstück sah er mein Fahrrad und wir kamen ins Gespräch. Er erwähnte, dass er hier in Hue gerade seit einer Woche arbeiten würde. Später tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und als ich wieder im Internet surfte, schaute ich auf seine Internetseite: www.arrakis.nl und ich war sofort begeistert von dem Projekt. Bei dem Projekt, an dem er gerade arbeitete, "Aqua for All project Vientam" geht es darum, die Wasserversorgung in ländlichen Gebieten/Familien zu verbessern. Hier werden vorort die Leute geschult wie sie mit einfachen, günstigen und lokal vorhandenen Mitteln Brunnen, Wassertanks, Pumpen und Filter, für sichere Trinkwasserversorgung und Wasser für die Felder, herstellen können (Hilfe zur Selbsthilfe). So wird weltweit versucht Armut zu bekämpfen und den Lebensstandart zu verbessern.

Den nächsten Tag ging ich auf Jan zu und erzählte ihm, dass ich seine Homepage besucht hatte und ich begeistert von seiner Arbeit sei. Daraufhin lud er mich ein den Workshop zu besuchen, was mich sehr freute. Er musste leider gleich am nächsten Tag weiter nach Indien, aber er stellte mich seinem Kollegen, Henk Holtslag, auch aus Holland, vor. Ich fuhr mit dem Fahrrad die 10 km zum Workshop, eine kleine lokale Firma. Das Projekt befand sich gerade in Phase 2, in der die Produkte auf dem Gelände der Firma zur Vorstellungszwecken und training aufgebaut wurde. An dem Tag wurde gerade die windkraft getriebene Pumpe zusammen gebaut. Ich hatte von Henk und Jan sehr viele, tolle Informationen erhalten und ich stelle euch hier einige Links bereit (www.arrakis.nl, www.ropepumps.org, www.practicafoundation.nl)

Am Freitag Mittag flog Henk wieder zurück nach Holland, aber ich begleitete ihn nochmals am Morgen zum Workshop. Ich hatte auch vor bald weiter zu reisen, blieb aber das Wochenende noch hier. Ich hatte ein sehr nettes Restaurant gefunden, in dem ich mich sehr oft und lange aufhielt. Dort gab es leckere Fruit Shakes und einen traumhaften Banana Pancake with Chocolate... oh wie ich dies genoss, ich aß jeden Tag zwei von denen. Am Sonntag fühlte ich mich wieder top fit und ging zum Bahnhof um mich wegen Zügen nach Saigon zu erkundigen.

Da ich mein Fahrrad ungern mit einem anderen Zug schicken wollte, musste ich einen langsamen nehmen. Für Montag war schon alles ausgebucht, so kaufte ich das Ticket für Dienstag. Am Montag kaufte ich mir Verpflegung für die 27h lange Zugfahrt ein, packte meine Sachen und brachte Fahrrad plus Gepäck bereits zum Bahnhof, damit es auch sicher in meinen Zug kommen würde. Blöderweise wurde mir dort gesagt, dass nur mein Fahrrad in den Gepäckwagen käme, meine Taschen müsse ich selber tragen. Da ich allerdings all mein Zeug nicht zum Hotel und am nächsten Morgen wieder zum Bahnhof schleppen wollte, fuhr ich wieder zurück und musste dann halt sehr früh am Morgen aufstehen.

Trip distance: 75 km (+ 20.19 km)
Time: 4:37:40
Altitude: 102 m (+ 29 m)

Total distance: 12,641 km
Total altitude: 81,721 m

Today's spending: 15,000 Dong - meal
18,000 Dong - meal, beer
5,000 Dong - internet
300,000 Dong - accommodation
10,000 Dong - meal
55,000 Dong - entrance citadel
113,300 Dong - Tang, soy-milk, tea, cookies, Sprite
10,000 Dong - meal
5,000 Dong - internet
10,000 Dong - meal
5,500 Dong - internet
37,000 Dong - meal, coffee, tea
83,700 Dong - washing-powder, cookies, milk, water
1,280,000 Dong - hotel
20,000 Dong - meal
20,000 Dong - meal
11,000 Dong - water
30,000 Dong - fax
130,000 Dong - meal
10,000 Dong - water
20,000 Dong - meal
45,000 Dong - meal
20,000 Dong - meal
106,000 Dong - meal
28,000 Dong - meal
35,000 Dong - chips, water
57,000 Dong - meal
57,000 Dong - meal
20,000 Dong - water, 7-up
20,000 Dong - meal
265,000 Dong - train-ticket
108,000 Dong - ticket for bicycle
42,000 Dong - meal
72,000 Dong - meal
20,000 Dong - meal
47,000 Dong - meal
45,000 Dong - coffee, cookies
72,000 Dong - meal
Total expense: 6,178,500 Dong