亚洲自行车游览 2007/2008 - 柬埔寨
2008-04-25: Tbeang Mean Chay (297. 天)
Ich stand wieder früh auf, die Luft war frisch vom Regen in der Nacht. Da die rot sandige Strasse auch noch feucht war, staubte es nicht wenn mal ein Jeep vorbei fuhr, aber dies kam eh nur selten vor. Es war wieder nur der "Lärm" des Dschungels zu hören und meine Räder, die über die harte Sandpiste rollten. Nach Kulen fand ich einen kleinen Ort, bei dem ich ein paar Nudeln aß und Kaffee trank. Als ich danach wieder unterwegs war, kam mir Yoshi, 53 Jahre alt, auf seinem Fahrrad entgegen... einfach irre. Wir unterhielten uns kurz und schossen ein paar Bilder. Ich hätte mich gerne länger mit ihm unterhalten, doch unsere Wege führten leider in entgegen gesetzter Richtung. Die Einheimischen waren hier auch sehr nett, ich wurde einmal auf einen Schnaps eingeladen und zweimal wurde ich von Familien zum Essen gewunken. Ich kam sehr früh in Tbeang Mean Chay an und machte eine lange Pause. Am Abend entschied ich mich dann für eines der vielen Gasthäuser.
Tageskilometer: 59,25 km
Fahrzeit: 4:04:43
Höhenmeter: 132 m
Gesamt Kilometer: 13803 km
Gesamt Höhenmeter: 83551 m
heutige Ausgaben: 8.000 Riel - Essen
9.000 Riel - Essen
8.000 Riel - Essen
24.000 Riel - Guesthouse
Gesamt Ausgaben: 1.954.400 Riel
2008-04-26: Chhep (298. 天)
Ich machte einen Fehler am Morgen, ich hätte in Tbeang Mean Chay noch gut Frühstücken sollen. Ich rechnete damit, dass ich unterwegs etwas finden würde... leider nicht. Der Weg nach Chhep war dazu noch einfach nur brutal. Meistens war es nur ein kleiner Pfad, gerade genug platz für ein Motorrad oder Fahrrad, der aus tiefen Sand bestand, der einem die letzten Kräfte raubte. Später kamen noch ein paar tiefe Schlammgruben dazu, in denen ich immer wieder stecken blieb. Auch konnte man sich auf den vielen abzweigenden Pfaden leicht verirren konnte. Wenn immer ich jemanden traf, was nicht sehr oft vorkam, fragte ich nach dem Weg und durfte hin und wieder umdrehen. Einmal war ein Motorradfahrer so nett und führte mich zu der Abzweigung, die ich wohl ohne seine Hilfe nie gefunden hätte, sie sah nicht wirklich wie ein Weg aus. Die heftige Hitze gab mir noch den Rest und ich war heil froh viel Wasser mit mir geschleppt zu haben. In Mlu Prey, welches auf meiner Karte wie eine Stadt markiert, aber nur ein kleines Dorf war, fragte ich wieder nach dem Weg. Ein uniformierte, wies mich an stehen zu bleiben. Langsam richtete er sich auf, zog seine Hose hoch, schnallte sich seinen Gürtel um und schlappte langsam auf mich zu. So ein Misst, dachte ich, da habe ich wohl ausgerechnet den falschen gefragt und rechnete mit einer Passkontrolle und Befragung, was ich hier wolle. Als er kurz vor mir stand griff er in seine tiefe Hosentasche, holte zwei Mangos hervor und reichte mir diese. Danach lächelte er mich an, nickte und meinte, ja diesen Weg. Ich stand noch einen Moment verduzt da, dann hatte ich auch ein dickes grinsen im Gesicht und bedankte mich vielmals. Etwas später musste ich noch darüber lachen und genoss diese zwei so leckeren Mangos im Schatten eines Baumes.
Ich hatte gehofft, dass die "Strasse" von Mlu Prey nach Stung Treng besser sein würde, denn sie war in meiner Karte groß eingezeichnet.. auch hier fehlanzeige, es ging genauso weiter. In Chhep total platt angekommen, fand ich endlich ein paar Verkaufstände, bei denen ich etwas zu Essen und zu Trinken kaufen konnte. Hier gab es auch ein Guesthouse, aber da cih von einem zu sich nach Hause eingeladen wurde, nahm ich sein Angebot dankend an. Es war sehr nett, aber einziger Nachteil war, ich hatte nie meine Ruhe. Ein haufen Kinder und Erwachsener standen ständig um mich herum und beobachteten jede meiner Bewegungen und es musste auch alles angefasst werden. Dies brachte mich dazu nur das aller nötigste zu machen, da meine Nerven bereits genug Strapaziert wurden. Das Haus war ein typisches Holzhaus auf Stelzen und schlafen tat jeder auf dem Boden.
Tageskilometer: 55,93 km
Fahrzeit: 5:39:21
Höhenmeter: 208 m
Gesamt Kilometer: 13859 km
Gesamt Höhenmeter: 83759 m
heutige Ausgaben: 4.000 Riel - Getränke
5.000 Riel - Essen
Gesamt Ausgaben: 1.963.400 Riel
2008-04-27 - 2008-04-29: Stung Treng (299. - 301. 天)
In der Nacht hatte es wieder geregnet. Ich stand früh auf, war schnell abfahr bereit und ich startete wieder ohne Frühstück. Meine Wasservorräte hatte ich am Abend zuvor mit meinem Filter und Wasser aus dem Fluss aufgefüllt. Ich hatte fest vor heute Stung Treng zu erreichen und musste dafür brutal in die Pedale treten, doch der Pfad war weiterhin ein kräfteraubender Hindernispakur. Oft musste ich im stehen fahren und war froh wenn ich über 10 km/h kam. Gegen Mittag spürte ich meine schmerzenden Knochen und Muskeln. Ich musste mich im Schatten etwas ausruhen und ich zapfte zum ersten mal mein Notfallpack an... 2 Ampullen Glucose. Ich hatte zwar auch etwas zu essen (2 Dosen Fisch), aber ich wollte nicht zu viel Zeit verschwenden mit dem blöden Dosen öffnen. Ein paar Kilometer weiter fand ich in einem Dorf einen Verkaufsstand, bei dem ich zwei warme Bier mit Limo trank und mich vor der Mittagshitze schützte. Natürlich wurde ich von allen Leuten im Dorf begafft und umringt, aber ich unterhieltmich nett mit Naven, der recht gut englisch sprach. Er schenkte mir ein paar leckere Füchte und seine kleine Schwester, die sich so sehr für den kleinen Papiervogel interessierte, schenkte ich diesen. Ich verbrachte über eine Stunde dort und wir hatten einen riesen Spaß. Am Ende schossen wir noch ein paar Abschiedsfotos und eine alte Oma und ein junges Mädchen führten noch einen Tanz auf. Ich hatte mir schon fast überlegt die Nacht hier zu bleiben, doch ich wollte zwei Ruhetage in Stung Treng haben und dazu musste ich heute dort ankommen. Für die letzten 30 km nahm ich noch all meine letzten Kräfte zusammen und flog nahezu über die schlechte Piste. Meine Geschwindigkeit ging manchal sogar über, für die Strecke, unglaubliche 20 km/h. Etwas zittrig erreichte ich kurz vor 18 Uhr Tahla und nahm die Fähre nach Stung Treng über den Mekong. Die Fähre war ein normales, kleines Holzbot. Mein Fahhrad da hinein zu hiefen war alles andere als einfach. Sie wollten mir helfen, versagten aber und sie packten mein Rad auch nicht gerade sanft an, so dass ich ihnen sagte, sie sollen es lassen, ich mache dies alleine. Die Leute staunten nicht schlecht, als ich mein schweres Rad allein hoch hab und ins Bot schleppte. Woher ich noch die Kraft genommen hatte, wusste ich selbst nicht. Es war wohl die Vorfreude endlich in Stung Treng anzukommen und ein riesiges Essen zu bestellen. Dies tat ich auch gleich, als ich auf der anderen Seite des Mekong war, ich aß ganze vier Mahlzeiten, schließlich hatte ich zwei Tage nach zu holen. Anschließend nahm ich eine kalte Dusche und fiel totmüde ins Bett.
Ich ruhte mich die nächsten zwei Tage gut aus, dies hatte ich auch dringend nötig. Es war das erstemal, dass ich vom fahrradfahren Schwielen und Blutergüsse an den Händen hatte. Ich nutzte die Zeit um im Internet zu surfen und musste mein Fahrrad, meine Kleidung und Taschen waschen. Hier konnte man auch gut Leute treffen, entweder waren sie auf den Weg nach Laos, oder kamen gerade von dort. Am 29.4. kam sogar der König von Kambodscha nach Stung Treng für die Eröffnungszeremonie der neuen Brücke. So hatte ich richtig Glück, ich konnte gleich die neue Brücke und Strasse nach Laos nutzen. An dem Tag viel mir auf, dass leider nicht nur ich sehr unter der schwierigen Strecke gelitten hatte, sondern auch mein Rad, die hintere Felge war an zwei Stellen gebrochen. Ersatz bekam ich nicht, so blieb mir nichts anderes übrig als damit weiter zu fahren und zu hoffen, dass sie noch eine Weile halten würde. AUch wartete ich vergebens auf eine Nachricht von Pat und Tony. Ich hoffte ständig, sie aus irgendeinem Bus aussteigen zu sehen. Am Ende machte ich mir richtig Sorgen um die beiden.
Tageskilometer: 78,97 km
Fahrzeit: 6:24:24
Höhenmeter: 350 m
Gesamt Kilometer: 13938 km
Gesamt Höhenmeter: 84109 m
heutige Ausgaben: 11.000 Riel - 2 Bier, 2 Sprite
1.000 Riel - 2 Zuckerrohrsäfte
8.000 Riel - Fähre
25.000 Riel - Essen
17.000 Riel - Essen
5.500 Riel - Internet
8.000 Riel - Internet
11.000 Riel - Essen
1.500 Riel - Fahrradwäsche
20.000 Riel - Essen + Internet
34.000 Riel - Essen + Internet
10.000 Riel - Internet
58.600 Riel - 28 Briefmarken
36.000 Riel - Guesthouse
17.000 Riel - Essen
26.000 Riel - Essen
Gesamt Ausgaben: 2.253.000 Riel
32. Panne: Felgenbruch Hinterrad
Kambodscha => 12,49 €/Tag